Hansjörg Schlumberger

Freier Architekt BDA

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Denkmalschutz, Baudenkmale + sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz:

Sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz:

Lange mussten die Erwerber darauf warten, bis eine Erbengemeinschaft sich dazu entschließen konnte, dieses alte Gebäude zu verkaufen.
Es stand lange Jahre leer und war zuvor nur noch gelegentlich genutzt worden.
Das Wohnhaus mit Nebengebäude ist ein an drei Seiten freihstehendes, 2-geschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach.
Die Putzfassade überdeckt Ausmauerungen mit Muschelkalkfeldsteinen und Ziegeln im ungewöhnlichen Format 240/140/40 mm. Die Fenstergliederung der Fassaden ist regelmäßig. Fensterläden sind noch an fast allen Fenstern erhalten.
Die vorhandenen Fenster sind einscheibenverglast und werden durch Bleisprossen geteilt.
Im Werkstattbereich war ein Wagner am Werk. Die alten Machinen sind noch alle erhalten.
Das Anwesen wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh anstelle eines älteren Gebäudes errichtet.
Ein kleiner Haugarten umgibt das Gebäude.
Das ehemalige Kleinbauern- bzw. Hnadwerkergehöft ist zusammen mit dem Hausgarten wegen seines hohen Überlieferungsgrades erhaltenswert.
Aus städtebaulichen Gründen ist das Gebäude von besonderer Bedeutung für das Ortsbild und wurde deshalb in der historischen Ortsanalyse als erhaltenswertes Gebäude eingestuft.

Das Gebäude wird nun energetisch saniert und behutsam an heutige Wohnbedürfnisse angepasst.

© 2015 HjSchl

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Schulbauernhof :

Der Schulbauernhof in Niederstetten-Pfitzingen wurde 1992 in Betrieb genommen. 2 ehemalige landwirtschaftliche Betriebe wurden nach Entwürfen des damals noch angestellten Architekten Schlumberger zu einer Art Schullandheim umgebaut. Schüler unterschiedlicher Klassenstufen und Schularten aus ganz Baden-Württemberg können sich Jahr für Jahr um einen 2-wöchigen Aufenthalt bewerben. Die Schüler und Schülerinnen lernen woher unsere Lebensmittel kommen, lernen sie zu pflanzen, zu pflegen, zu ernten und haltbar zu machen. Während des Aufenthaltes werden nur auf dem Schulbauernhof erzeugte Lebensmittel verzehrt. Das Konzept kommt so gut an, dass der Schulbauernhof ständig ausgebucht ist.

Der Schulbauernhof steht unter Ensembleschutz. einzelne Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Vor 20 Jahren spielte der Energieverbrauch der Gebäude eine untergeordnete Rolle. Im Laufe der Jahre wurde eine thermische Solaranlage zur Warmwasserbereitung und eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen.
Der hohe Energieverbrauch von ca. 16.750 ltr Heizöl + 35 Rm Brennholz pro Jahr wurde ein zunehmend größerer Kostenfaktor. Das Verbrennen von in fernen Ländern erzeugtem Heizöl passte nicht ins nachhaltig ökologische Konzept des Schulbauernhofs.
Das Architekturbüro Schlumberger wurde beauftragt die Energieeinsparpotentiale im Bereich der beheizten Gebäude auszuloten.
Die ausführliche Energieberatung erbrachte die Erkenntnis, dass die Gebäude deutlich unterschiedliche Dämmstandards aufwiesen.

2015 werden nun als weiterer Sanierungsschritt die 3 alten Ölheizungen und der Zusatz-Scheitholz-Kessel außer Betrieb genommen. Im erweiterten Heizraum im Viehstall Scheuerle wird nun eine Pelltheizung und eine Scheitholzheizung betrieben.
Damit die Schüler auf dem Hof nicht nur erfahren, woher Lebensmittel kommen, werden Sie auch die Beheizung über Scheiholz kennenlernen und das notwendige Brennmaterial vorbereiten. Die Wärme wird in einem sehr großen Pufferspeicher gespeichert und über ein kleines Wärmenetz an die Heizungsverteilungen in den angeschlossenen Wohnhäusern verteilt.
Die Wärmeverluste im unterirdisch verlegten Wärmenetz werden durch eine Glasschaum-Schotterpackung reduziert. 

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<- nach der Sanierung

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vor der Sanierung ->

Viehstall Scheuerle (Schulbauernhof):

dieses Gebäude diente früher als Viehstall und Scheune. Im straßenseitigen Giebel war eine sehr einfach Knechtwohnung untergebracht. Nach dem Umbau beherbergte das Gebäude die Wohnung des landwirtschaftlichen Leiters, eine Schülerschmutzschleuse, Werkstätten und Scheunenbereiche.
Der Energieverbrauch des beheizten Gebäudeteils betrug 32 ltr Heizöl je m² beheizter Nutzfläche.

Die denkmalgeschützte Dachdeckung mit historischen Biberschwanzziegeln machte es erforderlich die Dachdämmung von innen einzubauen. Es kamen Dämmstoffe aus Holzfasern zu Einsatz
Die rechten Fotos oben zeigen, dass die Dachflächen bereits wenige Stunden nach heftigen Schneefällen in der Nacht wieder teilweise abgetaut waren. Die Wärme aus den beheizten Räumen entweicht unkontrolliert über Undichtigkeiten. Es stellte sich heraus, dass Nagetiere die Dämmung teilweise großflächig zerstört hatten.
Die Innendämmung der ziegelausgemauerten Fachwerkwände war nur sinnvoll, wenn auch die Ostfassade einen wirkungsvollen Schlagregenschutz erhält. Die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde erfolgte unkompliziert und sehr schnell, das der Erhalt der Bausubstanz wichtiges Ziel des Denkmalschutzes ist. Das Sichtfachwerk der Nordseite wurde saniert. Alle Fugen zwischen Sichtmauerwerk und Holz wurden denkmalgerecht geschlossen. Die Innendämmung wurde als Vorsatzschale mit Kreuzlattung, Zellulose und Gipskartonplatten ausgeführt.
Bisher ungedämmte Natursteinwände in den Duschbereichen der Schmutzschleuse erhielten ebenfalls Innendämmungen. Der Dämmstoff musste wasserunempfindlich sein, weshalb die Wahl auf Glasschaumplatten viel.
Die Bodenflächen wurden teilweise erneuert und gleichzeitig gedämmt.
Fehlende Fensterdichtungen wurden eingebaut und die Fenster dicht eingestellt.
Die Vorlauftemperatur der Heizung konnte abgesenkt werden.

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Seit der Dachsanierung bleibt der Schnee auf dem Dach deutlich länger liegen!

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Jagdschlösschen (Schulbauernhof):

in dieses Gebäude sind die Schülerschlafräume, Betreuerzimmer, Speisesaal und Büro untergebracht. In einem Anbau zwischen dem Jagdschlösschen und der Hofmauer befindet sich die Küche und Lagerräume.
Der Energieverbrauch des beheizten Gebäudeteils betrug 16 ltr Heizöl je m² beheizter Nutzfläche. 
Durch umfangreiche Dämmmaßnahmen konnte der Heizenergieverbrauch um 53% auf 7,5 ltr Heizöl je m² beheizter Nutzfläche gesenkt werden.

Bei diesem Gebäude fiel die Wahl auf eine  Dachsanierung von außen, damit der Schulbetrieb so wenig wie möglich gestört wurde. Zellulose wurde als Dämmstoff gewählt, weil er sich den unregelmäßigen historischen sparren lückenlos anpasst und gleichzeitig durch Phasenverschiebung einen besseren sommerlichen Wärmeschutz bietet.
Die Innendämmung der Außenwände wurde als Vorsatzschale mit Kreuzlattung, Zellulose und Gipskartonplatten ausgeführt, damit die historischen Putz- + Anstrichschichten unbeschädigt erhalten bleiben können. Im Bereich der Fensterlaibungen war stellenweise so wenig Platz für die unbedingt erforderliche Dämmung, dass nach Untersuchung durch einen Restaurator und Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde, in Teilbereichen Laibungsputz abgenommen wurde. Mit einem Bauphysiker wurde die Wärmebrücke Fensterlaibung berechnet und die mindestens erforderliche Dämmstoffstärke festgelegt, damit Schimmelbefall vermieden wird. Im Laibungsbereich wurde ein spezieller Dämmstoff eingesetzt, der einen Feuchtigkeitstransport zur Raumseite zulässt.
Die Deckenbereiche wurden so geöffnet, dass kein Stuck beschädigt werden musste und dennoch die Innendämmung auch im Deckenbalkenbereich ausgeführt werden konnte.
Fehlende Fensterdichtungen wurden eingebaut und die Fenster dicht eingestellt.
Im Heizraum wurden bisher ungedämmte Rohre gedämmt. Am Tag nach Ausführung dieser Energiesparmaßnahme beklagten sich die Nutzer bereits, dass die Arbeitskleidung nicht mehr getrocknet werden kann. Man einigte sich darauf hierfür eine andere Lösung zu suchen.
Die Südfassade wurde von einer Restauratorin gereinigt, Risse wurden geschlossen und ein Mineralfarbanstrich aufgebracht.

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